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Theaterbesuch in Schwarzenbach am 08.04.2012
17.08.2017 16:40

Ach es ist doch immer wieder schön einen Sonntagabend im Theater zu verbringen anstatt nur vor der Glotze zu sitzen. Am Nachmittag waren wir noch in Mitterteich beim Training und Anderle und ich mussten uns sputen, damit wir noch rechtzeitig nach Schwarzenbach kamen. Die reservierten Karten lagen an der Kasse bereit und der Saal war fast schon ganz gefüllt. Wir fanden unsere guten Plätze in der vierten Reihe. Für das musikalische Nebenprogramm sorgten, wie schon im Vorjahr, die Combo „Stock und Hut“ aus Pressath. Als der Vorhang um 20 Uhr zur Prämiere des Stücks „Der ganz normale Wahnsinn“ dann fiel bot sich uns zunächst ein sehr aufwendiges Bühnenbild. Die Szenerie eines Wellness- Hotels  war gut durchdacht und sehr liebevoll gestaltet. Die Story, welches sich um die kriminalistisch veranlagte Köchin Anni (gespielt von Kathrin Stock) dreht, war jedoch relativ schwierig und langwierig zu verfolgen. Auch das Ende dieses Stücks gab nicht viel her. Die schwarzenbacher KLJB hat es jedoch vorzüglich verstanden das Stück mit eigenen Ideen und Gags aufzufrisieren. Vor allem die Idee Figuren aus dem Stück von der „Millionenoma“ wieder auftauchen zu lassen fand ich genial. Die Story ist eigentlich leicht zusammenzufassen. Die Köchin Anni bekommt von den Hotelbesitzern einen Kriminalfall zum Geburtstag geschenkt, damit sie die Gäste mit ihren kriminalistischen Ermittlungen in Ruhe lässt. Das ganze endet nach 3 Akten und 4 Stunden Spielzeit im Chaos. Da muss man als Zuschauer schon einen langen Atem mitbringen. Herrlich waren natürlich auch die älteren Frauen in unserer Reihe, die gar nicht mehr aufhören konnten zu lachen. Es flossen sogar Tränen. Ein Höhepunkt war auch das kleine Kind aus der ersten Reihe, das urplötzlich aufsprang und schrie: „Der war grad noch da!“ Da mussten sogar die Schauspieler lachen. Cool war auch der Insider mit dem Baron, der einen „Siemer“ fährt. Den haben aber nur die wenigsten kapiert und ich weiß auch nicht warum die in Schwarzenbach auf so etwas kommen. So, nun aber zu den Rollen und Darstellern. Die Köchin Anni (Kathrin Stock) fand ich von der Mimik und den Bewegungen einfach Oberklasse. Der Hotelchef Michael Haarbauer (Tobias Busch) glänzte ebenfalls durch kleine schauspielerische Akzente, die er immer wieder in den Fluss des Stückes einbaute. Seine Frau Betty Haarbauer (Sandra Plößner) ging förmlich aus sich heraus, als sie auf der Bühne die Betrunkene spielen musste. Das war fast filmreif. Die Tochter des Hauses Julia wurde gespielt von Karin Stock, die souverän und routiniert die verschiedenen Stimmungen ihrer Roller zum Besten gab. Der Sohn des Hauses Andi wurde von Jakob Walberer gespielt. Er musste insgesamt 3 Rollen übernehmen aber am meisten Spaß hat es ihm sichtlich gemacht, als er sich als Baron verkleiden durfte. Die Rolle des Barons übernahm dann Romeo Überdinger gespielt von Toni Neumann. Er war als seine Durchlaucht Baron von Dänien wirklich überragend. Seine Slapstick Einlagen waren einfach zu komisch. Mich hat gewundert, dass er selbst nie lachen musste. Hotel Azubi Lukas (Leopold Aussprung) hielt bis zum Schluss eisern durch mit dieser allzu tollpatschigen Figur. Auch der Hausmeister Anton (Marcus Ackermann) ließ sich nie aus der Ruhe bringen und die Szene als er schnarchend auf dem Sessel saß war klasse. Auch die zahlreichen Neben- und Statistenrollen waren hervorragend besetzt, so dass es dem Publikum nie langweilig wurde. Mein Fazit: Fader Stoff genial frisiert!

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