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Rennbericht Perzbach-Cup in Langhennersdorf am 14.05.2011 – Zurück auf dem Boden der Tatsachen
17.08.2017 16:22

Ab in den Osten. Um 8:30 Uhr fuhren Anderle und ich mit voll beladenem Audi (Mofa war im Kofferraum) los. Also das Auto war wirklich bis zum letzten Winkel mit unseren Rennutensilien beladen. Unser Mofa war bestens auf das Rennen vorbereitet. Am Vorabend haben wir noch den 1. Gang außer Betrieb gesetzt und auch noch die Risse am Fahrgestell nachgeschweißt. Aber das Wichtigste haben wir gleich mal vergessen – den Benzinkanister. Also mussten wir gleich nachdem wir auf dem Flugplatz in Langhennersdorf angekommen waren mit unserer Ölkanne zurück zur Tankstelle fahren. Nach unserer Ankunft drehten wir zuerst ein paar Runden auf der Wiese. Die Strecke war ca. 600-700 Meter lang und mit alten Reifen und Trassierband abgesteckt. Es war sogar ein Sprung präpariert über welchem ein Baugerüst, wie ein Torbogen, aufgestellt wurde. Das sah echt professionell aus. Wir beschlossen unser Mofa etwas schneller zu übersetzen (13-50) um in den Zig-Zag-Passagen nicht ständig vom 2. auf den 3. Gang schalten zu müssen. Nach dem Training vormittags folgte eine Art Teamvorstellung, welche als lustige DÜV-Abnahme inszeniert wurde. Da musste der ein oder andere auch mal die Funktion seiner Hupe demonstrieren oder blinken. Als wir an der Reihe waren wurden wir nochmals besonders begrüßt und herzlich in Empfang genommen. Vor dem Start gab es zwei obligatorischen Einführungsrunden bei denen eine alte AWO das Safety-Bike darstellte. Die Startaufstellung erfolgte gemäß Rundenzeit im Training – bloß mit dem Unterschied, dass die Besten ganz hinten stehen mussten. Der Start an sich verlief gemäß Le-Mans. Wir kamen sehr schlecht weg, weil sich unser Getriebe weigerte vom Leerlauf in den 2. Gang zu schalten – den 1. Gang hatten wir ja desaktiviert. Anderle saß als erster auf der Maschine und innerhalb kurzer Zeit wurden wir zum ersten Mal überrundet. Alle halbe Stunde erfolgte ein vorgeschriebener Fahrerwechsel bei dem man innerhalb 3 Runden durch die Box fahren musste. Nach einem kurzen Tankstopp war ich an der Reihe. Als ich in die Strecke einbog fuhren mir die Mofas erstmal nur so um die Ohren. Nach ein paar Eingewöhnungsrunden konnte ich doch dann das Tempo steigern und gut im Feld mitfahren. Ich verlor aber auch eine Runde an die führenden Teams. Nichts desto trotz blieb ich konzentriert und ließ mich nicht aus der Ruhe bringen. Dann war Anderle wieder an der Reihe. Auch er musste wieder eine Runde abgeben. Als ich dann zur letzten halben Stunde aufstieg kam ich sofort gut zurecht und ich konnte das Tempo noch etwas steigern. Man musste auf der Strecke sehr feinfühlig fahren und eine perfekte Linie wählen um da mitzuhalten. Zu Rennende gelang es mir dann sogar einmal die beiden führenden Teams zu überholen. Die haben aber da schon deutlich das Tempo herausgenommen um den Vorsprung ohne Risiko zu halten. Das war sehr klug. Letztendlich konnte ich die zweitbeste Rundenzeit erzielen. Gleich nach dem Rennen wurde die Siegerehrung abgehalten, welche mit der Nationalhymne und dem Hissen einer Deutschlandfahne begann. Wir bekamen ein kleines Fass Bier als Trostpreis und durften sogar noch ein paar Worte an die Zuschauer richten. Nach dem Rennen kamen wir noch mit vielen Leuten ins Gespräch, die wir natürlich auch über unser Rennen und die fränkische Mofa-Weltmeisterschaft informiert haben. Andi hat uns auch angerufen und mit uns geschimpft, weil wir nur dritter geworden sind. Meinem Freund und Trainingspartner würde es sicherlich auch mal gut tun um nicht ganz in den Himmel der Mofa-Göttlichkeiten abzuheben. Ich ziehe meinen Hut vor der fahrerischen und technischen Leistung dieser Teams. Vielleicht kommt das ein oder andere Team mit Simson-Motor auch einmal zu einem Rennen hier in Bayern. Das würde mich wahnsinnig freuen – und manch anderen ziemlich schocken. Um halb Neun waren wir wieder zuhause und die ganze Fahrt haben wir darüber geredet was wir besser machen müssen. Ein paar gute Tipps haben wir ja schon von den Leuten dort bekommen. Abschließend möchte ich noch folgendes Sprichwort zitieren: Wer rastet, der rostet! Es war gut mal zu sehen wie andere Teams es machen, vor allem dann, wenn sie es so richtig gut machen.

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