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Au
Rennbericht Motocross in Burgwindheim am 30.09.2012
17.08.2017 16:53

Warum muss ich immer dann gehen wenn es am schönsten ist. Aber wenigstens hab ich super geschlafen und was Schönes geträumt. Diesmal konnte ich sogar bis halb 8 liegenbleiben. Mein Motorrad (YZ 125) hatte ich bereits am Samstag verladen. Leider war auf dem Plakat und auf der Homepage der MSF Burgwindheim ein Fehler, den ich dann auch sofort bemerkte als ich dort um ca. viertel Zehn ankam. Das freie Training meiner Klasse begann eine halbe Stunde früher als geplant und als ich die Anmeldung abgeschlossen hatte fuhren die anderen bereits. Ich ließ mich davon jedoch nicht aus der Ruhe bringen und zog mich gemütlich um. Immerhin waren noch 10 Minuten Trainingszeit übrig, als ich auf die perfekt präparierte Strecke fuhr. Die Motocross Strecke war um einen Stück auf einem Acker erweitert und der Boden war komplett aufgerissen. So fuhren sich sehr schnell viele tiefe Rillen heraus, mit denen ich erstaunlich gut zurechtkam. Andere Fahrer kamen dort oft ins Straucheln. Beim freien Training fuhren die Klassen MX2 und MX1 gemeinsam. Ich fuhr zunächst 2 Runden und verließ dann sofort die Strecke. Die anderen fuhren mir so dermaßen um die Ohren, dass ich irgendwie die Hosen voll hatte. Vor allem beim Doppelsprung und den großen Tables mit kurzem Anlauf hatte ich meine Probleme. Also stellte ich mich an den Streckenrand und schaute erstmal zu, wie die anderen das so machen. Ich nahm mir fest vor: „Wenn ich das nächste Mal da rein fahre, dann springe ich über jeden Table egal wie groß der ist!“ Und so war es dann auch beim zweiten freien Training. Ich bewältigte alle Hindernisse mit Bravur und fuhr ab diesem Zeitpunkt total befreit, locker und schnell. Die 125er quälte sich durch den tiefen Boden und ich fuhr aus jeder Kurve mit der Kupplung heraus. Beim dritten freien Training probierte ich noch ein paar Linien aus und ging dann wohlverdient in die Mittagspause wo ich mich mit zwei Bratwurstsemmeln versorgte. Von meinem Auto aus beobachtete ich das Treiben auf der Strecke. Dort waren drei Wahnsinnige auf drei Traktoren unterwegs. Der Erste fuhr sehr viel Wasser auf die Strecke, der Zweite zog mit Vollgas einen Grubber und der Dritte noch eine Egge hinterher. Schwarzer Dieselruß stieg meterhoch über das Gelände weil hier ohne Gnade mit ständigem Vollgas gearbeitet wurde. Vor allem der große ICH Traktor wurde nicht geschont. Des hätte dem Anderle gefallen. Der Boden war nun so tief, klebrig und eben dass ich Angst davor hatte mit der 125er steckenzubleiben. Nach und nach kamen immer mehr Zuschauer auf das Gelände und machten es sich bei schönstem warmen Spätsommerwetter neben dem übersichtlichem Rundkurs bequem. Um 12:45 Uhr fingen dann die Rennen an und unsere Klasse MX2, oder „Die Gschubstn“, wie sie auch andere nennen, war als erster an der Reihe. Ich kam von den 29 Startern relativ zügig in die erste Kurve und lieferte im ersten Lauf eine sehr gute Leistung ab. Ich quälte mein Moped bis zum Äußersten um durch den tiefen Untergrund zu pflügen. Die Adrenalinausschüttung war deutlich zu spüren, als ich mit der Meute über den großen Table sprang. Das ist schon krass wenn bei einem 20m weitem Sprung um einen herum 3-4 andere Motorräder gleichzeitig in der Luft sind. Nach 20 Minuten und 2 Runden landete ich auf dem 7. Platz. Dann war erstmal eine große Pause. Erst um 15:15 Uhr stand ich wieder an der Startmaschine. Diesmal kam ich etwas schlechter weg, war aber immer noch mehr als zufrieden mit meinem 11. Platz. Die euphorischen Anfeuerungsrufe meines langjährigen Mofa-Kollegen Wolfgang Popp motivierten mich zusätzlich. In der Tageswertung erreichte ich so einen sehr guten 9. Platz. Glücklich und zufrieden trat ich unverzüglich die Heimreise an. Das wichtigste ist doch immer wieder gesund nach Hause zu kommen. Auf jeden Fall werde ich im nächsten Jahr wieder in Burgwindheim teilnehmen. Die Organisation und Durchführung dieses Rennens waren hervorragend.

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