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Rennbericht Mofarennen Taldorf am 11.08.2012
17.08.2017 16:46

Zwei Wochen lang habe ich jeden Tag bis spät in die Nacht am Mofa unserer Konkurrenz und am eigenen Mofa gearbeitet. Gut vorbereitet fuhren wir (Schniffi, Chrissy, Daniela, Anna, Chris, Steve, Anderle, Andi und ich) um 9 Uhr von Seitenthal los. 4 Stunden später kamen wir bei herrlichem Sommerwetter in Taldorf an. Dort wurden wir, wie auch im letzten Jahr, freundlich von den Organisatoren begrüßt. Im Laufe des Nachmittags absolvierten Daniel und ich mit unserer neu aufgebauten Zündapp CS25 11 Runden im freien Training und 13 Runden im Qualifying. Unser Mofa war super eingestellt und wir waren sehr zufrieden damit. Ohne Änderungen und Reparaturen überstanden wir das Prozedere und landeten auf dem 7. Startplatz. Gegen einige Mofas war auf der sehr schnellen Strecke einfach kein Kraut gewachsen. Obwohl unsere Kurvengeschwindigkeit passte verloren wir auf den beiden langen Geraden immer wieder wertvolle Meter und Sekunden. Die Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei ca. 40km/h wobei eine maximale Geschwindigkeit von 50km/h zugelassen war. Das zeigt, wie schnell die Strecke war. Langsam trudelten immer mehr Zuschauer auf das Gelände und es entstand allmählich die atemberaubende Kulisse für das wohl spektakulärste Mofarennen der Welt. Daniel und ich hatten einige Fans, die uns sogar im Fahrerlager besuchten und uns viel Glück wünschten. Wir gaben sogar eine kurze Autogrammstunde vor unserer Box und standen unseren Anhängern Rede und Antwort. Um ca. 19:45 wurden wir mit unserem Boliden ins bis zum Rand gefüllte große Festzelt gewunken. Wir mussten auf die Bühne fahren und dort unser Mofa auf dem Rollenprüfstand platzieren. Der Sandsack wurde auf die Sitzbank gelegt und wir mussten Gas geben. Der Moderator lobte uns, weil wir es geschafft hatten unser Mofa so einzustellen, dass es exakt 50km/h lief. Warum später viele Mofas trotzdem schneller waren ist mir unklar aber letztendlich auch egal. Der Start verzögerte sich um eine halbe Stunde, weil einige Mofas auch auf dem Prüfstand zu schnell waren. Dadurch verkürzte sich auch die Renndauer entsprechend. Ich kann nicht nachvollziehen, warum die Rennorganisatoren hier solange gewartet haben. Schließlich mussten mehr als 40 Team und einige tausend Zuschauer solange hingehalten werden. Es war auch falsch diese Teams (nachdem sie nachgebessert hatten) wieder auf ihren Startplatz zurückzulassen. Schließlich musste davon ausgegangen werden, dass sie auch im Qualifying zu schnell waren und somit der Startplatz nicht gerechtfertig war. Auch das Reglement wurde nicht richtig umgesetzt, weil diese Teams demnach eine Zeitstrafe von 1 Minute bekommen hätten müssen. Mein Vorschlag an die Organisatoren: Den Start nicht wieder verzögern sondern die Teams erst dann ins Rennen lassen wenn ihr Mofa passt. Vielleicht gehen dann auch nicht mehr so viele Teams an die Grenze des Erlaubten. Es gibt vermutlich kein Mofarennen, bei dem die Teams ehrgeiziger sind als in dem kleinen verträumtem Taldorf, wo sich vermutlich in Zukunft noch mehr Mofarennen-„Profis“ tummeln werden. Auch durch unsere Teilnahme verstärken wir diesen Trend und für die jungen einheimischen Teams ist das ein regelrechter Fluch. Das große Teamsterben hat bereits bundesweit angefangen. Viele Teams sehen einfach keine Chance mehr gegen diejenigen, die dieses Hobby extensiv betreiben. Meiner Meinung nach ist Mofarennen etwas für junge Leute, die vielleicht noch einen kleineren Geldbeutel haben. Für mich persönlich ist es zwar schön erfolgreich zu sein. Der fade Beigeschmack des Erfolges setzt mir jedoch immer mehr zu. Mir bleibt nichts anderes als alle jungen Mofapiloten dazu zu ermutigen weiterzumachen oder anzufangen ein Rennmofa aufzubauen. Man kann ja viel bei Mofarennen lernen. Jemand der jahrelang an Mofas rumbaut entwickelt handwerkliches Geschick und Teamgeist, ist selbstbewusst, lernt gewisse Dinge zu organisieren und auch mit Niederlagen umzugehen. Mofarennen prägen die Persönlichkeit. Aber warum schweife ich denn schon wieder ins Philosophische ab? Ich will euch doch weiter vom Rennen berichten. Nach der Teamvorstellung mit Geschwindigkeitskontrolle fuhren Daniel und ich zur Startaufstellung. Das Flair dort war absolut krass. Wie bei der Formel 1 standen viele Leute und auch viele hübsche Mädels bei jedem Mofa. Auch wir hatten ja Schniffi als Gridgirl engagiert. Fotographen drängelten sich durch den Pulk. Jede Person hatte entweder einen Helm auf oder einen VIP-Ausweis umhängen. Meine Aufregung wurde immer schlimmer und ich war so angespannt wie schon lange nicht mehr vor einem Start. Und das obwohl ich ja nur zuschaute als Daniel auf Platz 2 in die erste Kurve einbog. Zum eigentlichen Rennablauf gibt es wenig zu berichten. Das Rennen dauerte 1,5 Stunden und ich stieg nach 45 Minuten planmäßig auf unsere Zündapp. Der Fahrerwechsel klappte super und bis auf 3 kleine Vorderradrutscher fuhren wir konstant schnell in der Spitzengruppe mit. Zum Rennende hüpfte unsere Antriebskette und auch der Motor lief vom Gemisch her nicht mehr sauber. Hoffentlich liegt das nur am staubigem Luftfilter. Mehr als ein zufriedenstellender 3. Platz war letztendlich nicht drin. Aber Daniel und ich trösteten uns gegenseitig und bald schlug die Enttäuschung in Freude um. An dieser Stelle auch Danke an unsere zahlreichen Fans, die uns nach dem Rennen gratulierten. Ihr seid so super und wenn wir mal nicht ganz oben stehen sind wir immer noch die „Gewinner der Herzen“. Ich kam mir vor wie ein Star als ich durch die gigantischen Zuschauermassen fuhr und mit Daniel die Ehrenrunde absolvierte. Bei der Siegerehrung gab es jede Menge spritzenden Sekt und ein Feuerwerk war die Krönung des Abends. Wir feierten bis spät in die Nacht und mussten am nächsten Morgen körperlich hart dafür bezahlen. Es war wieder ein richtig gelungenes Wochenende.

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