17
Au
Rennbericht Mofarennen Güntersleben am 05.06.2010
17.08.2017 16:02

Oh what a night… diesmal aber mehr für den Anderle. Warum sind die Nächte vor den Rennen immer so ereignisreich und kurz? Er hatte in der Nacht noch schnell die defekte Kurbelwelle gewechselt und den beschädigten Kolbenring getauscht. Die Stimmung in der Werkstatt war aber ganz gut und deshalb fuhren wir auch noch auf das Fest nach Dießfurt. Ich hatte am Tag zuvor die Auspuffanlage unseres Rennboliden repariert. Um 8:45 Uhr trafen wir uns in Seitenthal und um 11:45 Uhr kamen wir im unterfränkischen Güntersleben an. Mit dabei waren Andi, Anderle, Schniffi, Daniel und meine Wenigkeit. Das Bergmafia Team hatte das Frühstück im BK, die Schlammschlucker stärkten sich im MD. Ein warmes und sehr sonniges Wetter begleitete uns den ganzen Tag. Als wir ankamen bauten wir zuerst einen Pavillon auf, um uns vor der prallen Sonne zu schützen. Die Strecke des GMC-Güntersleben sah sehr vielversprechend aus und bei einer ersten Streckenbegehung beschloss ich, doch die Hartbodenreifen aufzuziehen. Daniel und ich drehten jeweils eine langsame Runde um die Strecke kennenzulernen. Der Kurs war so abgesteckt, dass nur ein Teil der Natur-Motocross-Strecke abgefahren wurde. Für unser Mofa-Chassis war der Rundkurs mit zahlreichen Sprüngen eine absolute Härteprüfung. Der Start verzögerte sich um eine gute Stunde weil ein Team noch sein Mofa instand setzen musste. Alle Mofas wurden in einer Reihe aufgestellt. Etwa 50 Meter entfernt davon musste von den Fahrern nach dem Ertönen einer Hupe wahlweise ein Bier oder ein Mineralwasser vollständig ausgetrunken werden. Ich hatte ganz schön viel Luft im Bauch und beim Laufen zum Mofa plagte mich das Gefühl, als ob das Wasser unbedingt wieder aus meinem Magen heraus will. Der Start verlief sehr gut. Bald konnte ich die Führung übernehmen. Im Augwinkel beobachtete ich, wie Andi von der Bergmafia, auf dem zweiten Platz liegend, kontinuierlich Boden verlor. Zu meinem Entsetzten sah ich aber dann das Mafia-Mofa in der Box stehen. Nach wenigen Runden war Andi  wieder auf der Strecke. Er war plötzlich deutlich schneller, überholte mich und fuhr eine dreiviertel Runde heraus. Nach einer Stunde wurde eine Pause eingelegt damit alle Teams ihre Mofas reparieren konnten. Auch wir mussten unseren defekten Kurbelkeil und die Bergmafia einen undichten Kühler austauschen. Ebenfalls mussten wir den Reifen ein Stück auf der Felge drehen, damit das Ventil abreißen konnte. Als wir bei einem anderen Team nach einer Luftpumpe fragten, bekamen wir sofort zur Antwort: „Für Euch haben wir keine Luft. Ihr seit sowieso viel zu schnell!“ Als ich dann trotzdem eine Luftpumpe in die Hand gedrückt bekam war mir klar, dass dies als Lob und nicht als Kritik zu verstehen war. Ein Mann munkelte, dass wir ja mit 20 PS unterwegs seien. Sein Teamkollege berichtigte ihn mit den Worten: „Nein, 20 PS sind es nicht – aber 14 allemal!“ Leider musste ich die beiden dann damit enttäuschen, dass unser Motor laut Prüfstand nur 6-7 PS an das Hinterrad übergeben kann. In der Pause erfuhr ich auch was die Ursache für den unfreiwilligen Boxenstopp unseres befreundeten Teams war. Ein Kabel der Kontaktzündung hatte sich zwischen das Gehäuse und der Zündungsgrundplatte geklemmt. So kam es zu einem Masseschluss und das Mofa fing zum „Schießen“ an. Unsere Freunde aus Breitenlohe und Seitenthal bauten daraufhin wieder die altbewährte kontaktlose, spanische Zündung ein. Danach lief ihr Mofa besser als zuvor. In der zweiten Stunde konnte Anderle dann auch unter Beweis stellen, dass sein Mofa mit seiner Hand am Gashahn das Schnellste war. Daniel, der für die Schlammschlucker fuhr, verlor aber nur wenig auf das Bergmafia Team und zum Schluss konnten wir den 1. Platz mit 8 Runden Vorsprung auf unsere harte Konkurrenz erreichen. Bei der Siegerehrung gab es selbstgebaute Pokale für jedes der 14 angereisten Teams. Unser Pokal war aus einer 5-Zylinder-Kurbelwelle und einem LKW-Kolben zusammengeschweißt. Er wog schätzungsweise 100kg und ich wäre fast rückwärts umgefallen, als ich ihn in Empfang nahm. Als Sieger wurden wir dann vom Veranstalter dazu gezwungen etwas zu trinken, das ich lieber nicht getrunken hätte. Mir kam es schon komisch vor als alle anderen beim Anstoßen so komisch gegrinst haben. Das Zeugs war dermaßen scharf . Nach der Siegerehrung kamen wir noch mit den Leuten ins Gespräch. Auf dem Heimweg investierten wir noch ein paar Euro in die Fast-Food-Industrie. Um 21 Uhr war ich dann zuhause unter der Dusche. Jetzt muss dringend das Mofa für nächsten Samstag hergerichtet werden. Dann findet der zweite Lauf zu fränkischen Mofaweltmeisterschaft in Wachendorf statt. Ich freu mich schon….

Kommentare


Datenschutzerklärung