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Rennbericht Clubsport-Motocross in Teuchern am 16.09.2012
17.08.2017 16:48

Es war noch dunkel als Froni mich telefonisch weckte und bereits bei mir im Hof stand. Das grüne Monster war aber dann schnell verstaut und wir fuhren zügig los. Nach nicht ganz 2 Stunden kamen wir in Teuchern unweit von der A9 in Sachsen-Anhalt an. Mir ist sofort aufgefallen, dass die Leute dort etwas anders sprechen als wir. Da sagte ein Papa zu seinem Kind: „Bleeb steehn, sonst bekommst zwee schweree Steene zwescheen deene Beene!“ Krass, oder? Die Anmeldung vor Ort verlief problemlos und auch die technische Abnahme war kein Problem für mich. Daniel musste jedoch noch nachbessern und seine Vorderradspeichen nachziehen. Auch eine Luftpumpe mussten wir noch organisieren, weil sein Reifen fast keine Luft mehr hatte. Also Froni – gute Vorbereitung sieht anders aus. Nach der Abnahme holten wir uns die Transponder, welche wir am Helm befestigen mussten. Sie funktionierten wie bei GCC waren aber in dicken Schaumstoff eingepackt. Infos dazu unter www.triga-zeitnahme.de. Einige Fahrer sahen aus wie Teletabbies, weil sie die Kabelbinder nicht gestutzt hatten und diese nun am Helm nach oben standen. Froni war in der Klasse 8 der Nordbayernserie genannt und ich musste mich als Gastfahrer in die Klasse 8 der Thüringischen Motocross Meisterschaft einschreiben. Die beiden Klassen fuhren zwar gemeinsam, wurden aber getrennt gewertet. Nun zur Strecke. Vom Fahrerlager aus hatte man einen herrlichen Blick über die Strecke, welche in einen Talkessel gebaut wurde. In der Mitte war ein großer Weiher, an dem mehrere Zweitakt-Tragkraftspritzen standen. Von den Spritzen weg waren endlose Feuerwehrschläuche für die Streckenbewässerung verlegt. Der Rundkurs war bestens präpariert und die Hanomag-Raupe schob alles glatt wie eine Autobahn. Auch die Bewässerung war hervorragend und so staubte es eigentlich so gut wie gar nicht, und das obwohl es sehr warm und sonnig war. Auf der Strecke ging es oft steil berauf und auch wieder steil bergab. Schon beim Betrachten der Strecke, war uns klar, dass das keine Strecke für Anfänger ist. Eingebaut waren eine Supercross- Sektion, ein Table mit zweiter Landung, ein riesiger Step-Up, ein riesiger Table, drei mittelgroße Tables, und ein total überdimensionierter Katzenbuckel. Letzterer flößte mir gewaltig Respekt ein. Beim freien Training stellte ich obendrein noch fest, dass dieser krasse Sprung extrem viel Zeit kostet wenn man ihn nicht überwindet. Also versuchte ich es beim Qualifikationstraining und ab diesem Zeitpunkt kam ich gut zurecht. Am besten gefallen hat mir die Supercross- Sektion. Ich schaffte es mich auf den 12. Startplatz für beide Klassen vorzukämpfen. Alle Fahrer der Nordbayernserie waren hinter mir platziert und so standen nur noch Thüringer vor mir. In der Mittagspause hielt Froni ein kleines Nickerchen und ich versorgte mich mit hervorragender Bratwurst, welche ich bereits vorher auf der Strecke riechen konnte und dort schon Appetit darauf bekommen hatte. Einige Fahrer unserer Klasse mussten schon vormittags aufgeben, weil sie gestürzt waren. Ich musste feststellen, dass in der Hobbyklasse deutlich mehr Stürzte passierten wie in den Clubsportklassen. Selbstüberschätzung war hier an der Tagesordnung und dann auch noch gepaart mit unzureichender körperlicher Fitness. Das ist wirklich eine gefährliche Mischung und davon möchte ich uns beide nicht ausschließen. Für diese Strecke wäre unsererseits auch etwas mehr intensive Vorbereitung notwendig gewesen. Dazu war es jetzt aber zu spät als wir am Nachmittag vom Vorstart zur Startmaschine rollten. Komischerweise waren die besten Startplätze alle noch frei, als ich dort ankam. Ich stellte mich ganz auf die Innenseite und wartete konzentriert aber keinesfalls nervös auf die 15 Sekunden Tafel. Als sie kam legte ich den zweiten Gang ein, und beobachtete das Gatter vor mir. Mein erster Start verlief super und ich konnte nach 15 Minuten und 2 Runden den 8. Gesamtplatz behaupten. Beim zweiten Lauf kam ich etwas schlechter weg. Trotzdem kämpfte ich mich nach vorne und erreichte wieder den 8. Gesamtplatz. Fast hätte es für den 7. Platz gereicht. 8 Runden lang fightete ich mit dem Yamaha-Fahrer vor mir. In jeder Kurve sah er mein Vorderrad. Leider traute ich mich nicht die großen Tables zu springen und so fehlten mir auf der Ziellinie ca. 5 Meter. Mein Kontrahent blieb danach vor mir stehen um sich noch kurz mit mir zu unterhalten und er meinte, dass ich ihn ganz schön unter Druck gesetzt hatte. Von den nordbayrischen Fahrern war ich an diesem Tag der Beste in der Klasse 8. Man muss ehrlich zugeben, dass die Thüringer Fahrer schon etwas besser sind wie wir Bayern. Bei Froni lief es auch super. Er wurde zweimal Vierter in der Nordbayernserie und bekam sogar einen Pokal als Vierter in der Tageswertung. Das hat mich wirklich sehr für ihn gefreut. Er ist wirklich toll gefahren, und dass obwohl er erst seit einem Jahr Motocross fährt. Im ersten Lauf hatte er sich sogar bis zum Schluss gegen eine Überrundung meinerseits gewehrt. Ich war auch froh darüber, dass ich selbst nicht überrundet wurde und ich mich somit total nach vorne konzentrieren konnte. Bei der Heimfahrt haben wir noch ewig über alle möglichen Details des Rennens gesprochen und abschließend war ein Besuch bei der gelben Möwe obligatorisch. Um 21 Uhr schob ich das grüne Monster zufrieden wieder in die Garage und ein unvergesslicher Tag ging zu Ende.

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