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Rennbericht 5h-Mofarennen in Herzogenaurach am 23.09.2006
17.08.2017 15:47

Diesmal sind wir schon um 7:00 Uhr ins Frankenland losgefahren. Um 8:30 Uhr kamen Johannes Kastner, meine Eltern und ich dann auf dem ehemaligen Gelände des Luftwaffenstützpunktes Herzogenaurach (gleich neben Adidas Outlet) an.  Zuerst haben wir unser Box aufgebaut und ein paar Wurstsemmeln verdrückt. Als wir dann einchecken wollten war dies nicht möglich, da die Transponder noch nicht da waren.

Wie sich später herausstellen sollte, gab es für diesen Event gar keine Transponder. Der bestellte Transponder- Mann kam einfach nicht und war auch nicht erreichbar. Die Rennleitung suchte eifrig nach Freiwilligen, die die Runden der einzelnen Teams erfassen sollen. Während wir unser Mofa abnehmen ließen, meldete sich meine Mutter Hildegard zum Dienst an der Start-Ziel-Linie. Johannes hatte dann die Möglichkeit sich noch ein paar Runden mit dem Mofa und der Strecke vertraut zu machen. Bei der Fahrerbesprechung wurde festgelegt, dass ein Le-Mans-Start gemacht und bei Rundengleichheit ein Stechen gefahren wird. Zuerst hatte man die Idee die Rundenzählung an einer Engstelle, an der sich die Teams anstellen mussten durchzuführen. Dies wurde aber von den Teams nicht befürwortet, da es da zu einem fürchterlichen Gedränge kommen würde. Die Strecke war wie letztes Jahr sehr kurvig, holprig und in etwa 500m lang. Das Überholen war zwar schwierig aber trotzdem leichter als in Cadolzburg. Es wurde sogar mal gewässert. Die Staubentwicklung war enorm und der Löschtank der Feuerwehr war nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Boxengasse war wieder zweireihig. Ich fand gut, dass an der Boxenausfahrt ein Streckenposten stand, welcher den Verkehr auf der Strecke überwachte und Temposünder aus der Boxengasse mit einer Zeitstrafe belegte. Tanken musste man auf einer Wanne. Die würde ich das nächste Mal aber an einen Platz legen wo man dann nach dem Tanken einfach nach vorne weiterfahren kann. Ein Tankplatz als Sackgasse führt zwangsläufig zu Stauungen. Beim Le-Mans-Start wurden die Mofas aufgestellt und die Fahrer liefen von hinten auf die Mofas zu. Das war eine sehr gute Idee, da es nicht vorkommen kann, dass ein Fahrer, welcher noch nicht auf dem Mofa sitzt, überfahren werden kann. Wir kamen gut weg und konnten dann auch für viele Runden die Führung behaupten. Dem ständigen Druck vom Red-Dragon Team konnten wir aber dann nicht mehr standhalten. So fielen wir auf den zweiten Platz zurück. Ein platter Reifen, ein abgebrochener Hebel und der gebrochene Stutzen für den Auspuff taten ihr übriges. Wir hatten schon fast keine Hoffnung mehr auf den Sieg. Die Strecke war brutal hart zu fahren und mit der harten Sitzbank, die ich vorher noch montiert hatte, waren wir bereits nach einigen Stunden an der Schmerzgrenze angelangt. Da ging der Popo auf Kirchweih. Für ein 24-h Rennen wäre dieser Sitz absolut ungeeignet. Die Rückmeldung von der Fahrbahn ist zwar sau gut und die Kontrolle über das Fahrzeug ist auch besser aber das Brett ist einfach zu unbequem für unsere Ärsche. Kurz  vor Schluss konnte ich vom Mofa aus beobachten, wie unser Konkurrent immer langsamer wurde und schließlich stehen blieb. Mir war sofort klar, dass wir gewinnen würden. So war es dann auch. Mit 258 Runden Platz 1 in Klasse 2. Erstmal möchte ich mich bei allen Teams bedanken, die mit uns so fair Ihre Runden gedreht haben. Danke auch an Hans, der sich für unser Team den Arsch und die Hände wund gefahren hat. Eine Sache, die uns etwas beunruhigt, möchte ich aber trotzdem nun hier klarstellen: Das Red Dragon Team führte vor diesem Rennen die Meisterschaftswertung mit 7 Punkten Vorsprung vor den Schlammschluckern an. Wir haben das Rennen gewonnen und bekommen somit 10 Punkte gutgeschrieben. Jetzt steht aber im Reglement (war auch auf einer Tafel für jeden ersichtlich ausgehängt) folgendes: „…Gewertet wird, wenn das Fahrzeug bei Beginn startet und zum Ende der Veranstaltung mit eigner Kraft über die Ziellinie fährt. „ Das bedeutet, dass das Red-Dragon-Team für diese Veranstaltung keine Wertungspunkte bekommen kann, da sie die Ziellinie nicht überquert haben. Somit sind eigentlich die Schlammschlucker fränkischer Mofa-Weltmeister. Bei einem Gespräch mit der Rennleitung diesbezüglich wurde der Anspruch auf diesen Titel mit folgender Begründung zurückgewiesen: „Man darf das doch nicht so eng sehen…“ Das hat meiner Meinung nach aber nichts mit Engstirnigkeit oder falschem Ehrgeiz zu tun. Wir haben uns an das Reglement gehalten. Nun soll sich auch der Veranstalter daran halten. Das Reglement kann man sich im Nachhinein nicht so hinbiegen wie es einem passt. Schließlich haben wir die Startgebühr auch vorher bezahlen müssen und sonstige Aufwendungen auf uns genommen um die Meisterschaft zu gewinnen. Wir sind mit dem Red-Dragon-Team gut befreundet und erkennen ihre spitzenmäßige Leistung und faire Fahrweise ohne Tadel an. Wenn es denn so sein soll, dass sie Frankenmeister werden, möchte ich diesem Team recht herzlich dazu gratulieren. Ihr habt euch den Titel wirklich verdient. Herzlichen Glückwunsch auch an die Beschdnbinder zum Titel in Klasse 1. Die Veranstaltung war eigentlich ganz in Ordnung und die fehlenden Transponder waren nicht wirklich ein Problem. Als „großes Finale“ würde ich diesen Event aber nicht bezeichnen. Siegerehrung und Bewirtung waren spartanisch. Außerdem verstehe ich nicht, warum die angedrohte Hubraumüberprüfung der besten drei Teams nicht durchgeführt wurde. Für nächstes Jahr wünsch ich dem Veranstalter viele Gäste, die sich nach dem Rennen noch gemütlich auf eine Bierbank setzen und die Frankenmeisterschaft richtig ausklingen lassen können. Ich freu mich schon auf 2007. Wir sind auf jeden Fall wieder mit am Start.

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