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Rennbericht 4h Spessart Mofa Cup in Hain bei Aschaffenburg am 19.05.2012
17.08.2017 16:42

Als ich mit dem ICE vom Flughafen am Freitag Richtung Heimat fuhr konnte ich durchs Fenster bereits die Seebachtal- Arena erspähen. Ich war bereits 22 Stunden von Las Vegas nach Feilersdorf unterwegs, wo ich am Nachmittag nur noch kurz Zeit hatte mich zu duschen. Dann trafen sich Schniffi, Verena, Tina, Andi, Anderle, Daniel und ich in Seitenthal zur Abfahrt. Der Mofarennen- Stress ließ mich den Jetlag total vergessen und putz munter und voller Vorfreude teilte ich mir das Auto mit Verena und Anderle. Als wir um 21 Uhr im ca. 250km entfernten Hain im Spessart ankamen wurden wir von der Rennleitung herzlich begrüßt und durften sofort unseren Boxenplatz beziehen. Unser Nachtlager schlugen wir anschließend auf einem herrlich gelegenen Zeltplatz mit Grill und Unterstandsmöglichkeit auf. Letzteres war ein besonderer Segen, da es an beiden Nächten unentwegt regnete. Am Tag war das aber total vergessen. Die Sonne schien und es war fast unerträglich schwül. Das freie Training begann um 9 Uhr. Wir saßen startklar mit dem roten C-Mofa (fast 100% originale CS25) in der Box und beobachteten die anderen Teams, wie sie sich warm fuhren. Nach und nach wurde die Stimmung in meinem Team immer resignierter. Wir sahen, dass die anderen Teams sehr würdige Gegner waren und vor unseren Augen mit den Muskeln spielten. Uns war auch klar, dass wir mit der Motorleistung bei Weitem nicht mithalten können. Besonders Andi hatte Bedenken. Er schlug vor: „Hey Mosi, wir sagen denen einfach, dass unser Mofa nicht anspringt und fahren dann wieder nach Hause. Hier können wir eh nicht gewinnen!“ Ich wusste jedoch wie oft unser schönes kleines C-Mofa schon unterschätzt wurde und dann trotzdem ganz vorne gelandet ist. Ich zog mich also um und fuhr die ersten Testrunden. Mit dem Fahrwerk und er Übersetzung war ich sofort zufrieden. Nur die Motorleistung war etwas unterlegen, vor allem in den start vom Regen aufgeweichtem Waldabschnitt. Andi fuhr als zweiter ins Training und war auch zufrieden. Dann drehten Anderle und Daniel noch ein paar Runden zur Eingewöhnung. Letztendlich konnten wir im Training die zweit beste Rundenzeit erzielen – das war deutlich besser als wir erwartet haben. Plötzlich hatten wieder alle ein Grinsen im Gesicht und jeder freute sich aufs Rennen. Bei der Fahrerbesprechung in der Mittagszeit haben wir uns öffentlich über das Safety-Car beschwert, welches das Rennen unsinnigerweise des Öfteren unterbrechen würde, dabei aber nicht zwangsweise vorm Erstplatziertem fahren würde. So könnte unserer Meinung nach willkürlich Einfluss auf das Renngeschehen genommen werden. Uns wurde von der Rennleitung dann versichert, dass alles möglichst fair ablaufen würde. Ihr merkt schon wie oft ich in den letzten Sätzen das Wort „würde“ verwendet habe – aber dazu später mehr. Kurz vorm Start wurde eine Teamvorstellung durchgeführt, bei der die Team wie bei einer Parade an den Zuschauern vorbeigelotst wurden. Es waren sogar Cheerleader da und jedes Team musste ein Gridgirl haben, sonst gab es gleich mal zwei Runden Abzug. Als das Rennen dann um 14 Uhr gestartet wurde waren bereits sehr viele Zuschauer da. Insgesamt sollten es mehr als 1800 zahlende Gäste werden. Ich lief beim Startschuss locker los, schraubte die präparierte Zündkerze in unser Mofa und fuhr als ca. 15ter von 24 los. Nach einer halben Stunde hatte ich die Führung übernommen, musste dann jedoch mit einer abgesprungenen Kette in die Box schieben. Der Defekt war schnell behoben und so stieg Andi als nächste auf das Renngerät. Er zeigt über eine Stunde lang, wie man ein Mofa in Perfektion um den anspruchsvollen Rundkurs bewegt. Die Strecke war relativ kurz und befand sich auf einem Hartplatz Fußballfeld. Dort wo der rote Sand lose gefahren auf der Strecke lag war die Haftung der Reifen mangelhaft und man musste sich ständig gut überlegen, welche Linie man in welcher Situation wählte. Der einzige Defekt, der uns noch zwischen die Quere kam, war ein etwas verfummelter Schaltzug. Aber auch das war schnell behoben. Daniel fuhr in der dritten Stunde und auch im gelang es absolut fehlerfrei und sehr schnell zu fahren. In jeder Stunde wurde das Safety-Car einmal in das Renngeschehen einbezogen. Zum Schluss lagen wir mit 3 Runden Vorsprung auf Platz 1. Aber dann geschah das Unfassbare. Als Anderle an der Reihe war und wir zum Fahrerwechsel in der Box waren ging das Safety-Car auf die Strecke. Der Boxenausgang wurde abgesperrt und wir mussten 2 Runden abwarten bis wir auch wieder über die Transponder- Linie durften. Dadurch verloren wir 2 ganze Runden unseres Vorsprungs. Wir waren ziemlich sauer, weil wir bereits bei der Fahrerbesprechung auf solche Ungerechtigkeiten hingewiesen hatten. Uns schien es in diesem Moment so, als wollte man uns um unsere ehrlich erkämpfte Führung bringen. Anderle brauchte ein paar Runden um sich an die Strecke zu gewöhnen, fuhr dann aber auch hervorragend und brachte die 1 Runde Vorsprung unantastbar ins Ziel. Aufgrund der unfairen Vorkommnisse bezüglich der Rennleitung stehen wir der Veranstaltung bis auf Weiteres kritisch gegenüber. Eine Aussprache oder sogar Entschuldigung erfolgte bis dato nicht. Nichts desto trotz hat uns das Rennen super gefallen und wir feierten bis spät in den Morgen. Wir lernten viele neue Leute kennen und die anderen Teams waren wirklich Klasse. Sportliche Fairness und Kameradschaft wird in Hain sehr groß geschrieben. Am nächsten Morgen waren wir etwas verkatert und abseits des Renngeschehens passierten schon wieder Verletzungen am laufenden Band. Am besten war Daniels Abflug von der Kinderschaukel. Abschließend bedanke ich mich bei allen, die dieses großartige Rennen ermöglicht haben und bei meinen Freunden für das schöne Wochenende. Ich hatte das Team Chaos in Amerika wirklich sehr vermisst.

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