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Rennbericht 3h Mofarennen in Herzogenaurach am 17.09.2011
17.08.2017 16:30

Speinsharter Kirchweih – das ist die Beste mein Liebster. Das reimt sich zwar nur im oberpfälzer Dialekt, ist aber durchaus zutreffend. Schade, dass die Freitagsveranstaltung der katholischen Landjugend nur so spärlich besucht war. Mir hat es auf jeden Fall sehr gut gefallen. Umso schwerer fiel es mir am Samstag pünktlich um halb 9 beim Anderle zu erscheinen. Ich war um 8:45 Uhr dort aber da lag auch er noch im Bett. So gingen wir etwas verspätet aber gut gerüstet auf die Reise ins fränkische Herzogenaurach. Die Betonung liegt dabei natürlich auf „fränkisch“ mein lieber Mathias Thomascheck. Seit vielen Jahren ist es für uns selbstverständlich, dass wir kein Rennen zur fränkischen Mofameisterschaft auslassen, sofern wir Zeit dafür haben. Wo sonst findet man auf Mofarennen eine solche familiäre Atmosphäre bei gleichzeitig höchstem sportlichem Niveau. Am Vorabend hatte ich noch vergeblich versucht unser C-Mofa auf das Reglement der Klasse 1 anzupassen. Es wollte mit dem 14er Vergaser einfach nicht anspringen. Nach einem Frühstück in Schnaittach kamen Anderle und ich gerade pünktlich zum freien Training auf dem Herzo-Ring an. Jeder von uns konnte noch kurz die Strecke besichtigen. Wir waren wieder mit unserem C-Mofa (originalgetreue Zündapp CS 25) bei der Abnahme erschienen. Dort wurden wir schon etwas belächelt, weil wir unsere High-Tech-Mofas wieder einmal zuhause gelassen hatten. Unsere Taktik war aber diesmal eine ganz andere. Ich fuhr 3 Stunden am Stück ohne Stopp durch. Mit dieser Strategie könnte das Defizit an Motorleistung und Fahrwerk kompensiert werden. Zumindest dachten wir das. So ging es also um 12 Uhr los. Ich sicherte mir den Hole-Shot und bog als Erster in die erste Kurve. Nach ein paar Runden überholten mich dann Red-Dragon und auch das Alte Säcke Racing Team. Meine Konkurrenz wurde aber dann durch diverse Stürze und Boxenstops nach hinten durchgereicht. Bis eine halbe Stunde vor Schluss konnte ich die Führung behaupten. Ich versuchte ständig konzentriert und konstant schnell meine Runden zu drehen. Später am Nachmittag kamen noch unsere Fans Chrissy, Steve, Petra und Bernd nachgereist. Problematisch war es, die überrundeten Teams zu passieren. Obwohl ich deutlich schneller war fehlte mir hier oft die Leistung beim Beschleunigen um in der nächsten Kurve vorne zu sein. So musste ich durch kluge Linienwahl einen Vorteil schon mehrere Kurven vor dem eigentlichen Überholmanöver hart erarbeiten. Ich verstehe manchmal auch nicht warum mich ein im Mittelfeld platziertes Team nicht einfach vorbeilassen kann, wenn ich von hinten komme. Wenn sich ein Mofa von hinten nähert, hat das auch einen Grund. Ich zitiere hier meinen Mentor Hans Eder: „Leit! Wenn oina von hintn kummt, warum kummt der dann van hintn? Ja genau. Wal der halt ort heais wey du…“ Nach ca. zweieinhalb Stunden wurde dann diese Binsenweisheit bittere Realität für mich selbst. Mein Hinterrad hatte einen Platten und so konnte ich nicht mehr gegenhalten als Denny vom Red-Dragon Team Runde für Runde näher kam. Ich versuchte alles um das Tempo einigermaßen hoch zu halten. So konnte ich zumindest auf einen Fehler seinerseits hoffen. Obwohl er ganz schön unter Druck stand fuhr er dann den Sieg fehlerfrei nach Hause. Ich bin mit meinem zweiten Platz mehr als zufrieden und jeder der mein unterlegenes Mofa kennt wird diese Leistung auch neidlos anerkennen. Besonders freut es mich, dass ich die 3 Stunden problemlos ohne Stopp durchgehalten habe. Sichtlich erschöpft stieg ich um halb 5 als Beifahrer in mein Auto. Es war eine tolles Rennen mit spannenden Zweikämpfen und auch die holprige Rennstrecke war ganz nach meinem Geschmack. Die Übersetzung war mit 13-50 ideal – 14-50 wären aber auch noch gegangen, da zwei sehr lange Geraden dabei waren. Lediglich das gemähte Gras sollte vor dem Rennen von der Rennstrecke entfernt werden.

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