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Rennbericht 2h Mofarennen in Taldorf am 13.08.2011
17.08.2017 16:28

Am 1. April 2011 pünktlich um 18 Uhr wurde die Anmeldung für den Goscha-Marie-Mofa-Cup in Taldorf eröffnet. Unsere Anmeldung haben wir nach ca. 5 Minuten abgegeben und somit den 39. Startplatz für uns gesichert. Noch einmal 3 Minuten später waren alle 45 Startplätze vergeben. So einen Ansturm habe ich noch nie miterlebt. Nach diesem Wochenende weiß ich jetzt auch warum alle so scharf darauf sind bei diesem Rennen mitzumachen. Wir hatten unser C-Mofa (die fast originale, rote Zündapp CS 25) gut vorbereitet und mit einem Frontscheinwerfer ausgestattet um für das relativ spät am Abend stattfindende Rennen gerüstet zu sein. Um halb 11 fuhren wir (Anderle, Steve und ich) mit Oldies kleinen blauen Hänger von Seitenthal los. Bei schönstem Wetter erreichten wir um 15 Uhr Taldorf bei Ravensburg. Wir waren erstaunt, dass wir die Letzten waren, die ihren Platz im Fahrerlager bezogen. Schließlich hieß es ja auf der Homepage, dass man nicht vor 14 Uhr anreisen sollte. Wir wurden sofort herzlich empfangen und alle organisatorischen Dinge wie Papier- und Fahrzeugabnahme verliefen absolut reibungslos. Beim freien Training hatten wir die Möglichkeit uns mit der Rennstrecke vertraut zu machen. Es war ein sehr schneller Rundkurs mit zwei langen Geraden. Nachdem Anderle und ich jeweils 4 Runden gedreht hatten lagen wir gemäß den besten Rundenzeiten auf dem 9. Platz. Damit waren wir zwar noch nicht ganz zufrieden aber immer noch guter Dinge. Später am Nachmittag fand das 20 Minuten lange Qualifying statt. Jetzt waren schon deutlich mehr als 1000 Zuschauer an der Rennstrecke versammelt. Ich versuchte alles aus unserem Mofa herauszuholen und hatte nach sieben gefahrenen Runden das Gefühl eine schnelle Rundenzeit erzielt zu haben. Der anschließende Blick auf die Ergebnislisten holte mich aber dann abrupt auf den Boden der Tatsachen zurück. Wir lagen auf Position 11 und die Pole-Position lag Sage und Schreibe 5 Sekunden von unserer besten Rundenzeit entfernt. In unserer Box herrschte plötzlich eine etwas resignierte Stimmung – zumindest ich war sehr von mir selbst enttäuscht. Aber so schnell geben wir uns ja nicht geschlagen und wir änderten die Übersetzung unseres Renngerätes von 13-50 auf 15-50 um auf den langen Geraden mehr Geschwindigkeit aufzubauen. Während dessen kamen immer mehr Gäste an die Rennstrecke und auch das große Festzelt füllte sich bis auf den letzten Platz. Als um 19:30 Uhr die Teamvorstellung losging, war das Zelt so voll, dass die Wände einen Wölbung nach außen bekamen. Wir mussten mit unserem Rennmofa und fertig angezogen auf die Bühne. Dort war ein Geschwindigkeitsprüfstand installiert auf welchem jedes Mofa getestet wurde. Dazu wurde ein Sandsack auf die Sitzbank gelegt um für jedes Team die gleichen Bedingungen zu garantieren. Unser Mofa lief exakt 50km/h und als wir dann über eine Rampe das Zelt verließen wurden wir sofort zur Startaufstellung gelotst. Kurz nach 20 Uhr wurde das Rennen gestartet und es begann eine Hetzjagd, wie ich sie noch nie in meiner ganzen Mofakarriere erlebt hatte. Ich fuhr förmlich um mein Leben und musste mich schon richtig anstrengen um da mitzuhalten. Ich wurde immer wieder von einigen Teams überholt, ließ mich aber dadurch nicht aus der Fassung bringen. Konzentriert versuchte ich mein eigenes Tempo schrittweise zu erhöhen. Aber die anderen Mofas gingen so gut, dass ich nur in den Kurven etwas Boden gutmachen konnte. Immerhin konnte ich mich nach vorne auf den zweiten Platz kämpfen. Total erschöpft übergab ich nach eineinhalb Stunden das Mofa an Anderle. Er schaffte es dann sogar die Lücke zum Führenden zu schließen. Aber als er attackieren wollte stürzte er völlig unerwartet. Mit nur 36 Sekunden Rückstand waren wir jedoch mit dem zweiten Platz mehr als zufrieden. Erstaunt waren wir über das unglaublich hohe sportliche Niveau dieser Veranstaltung aber am besten war das Publikum. Grob geschätzt waren es 5000-7000 Zuschauer, die uns anfeuerten und eine absolut atemberaubende Kulisse boten. Das ganze Gelände war taghell beleuchtet und entlang der ganzen Strecke drängten sich die Leute – unglaublich! Abgerundet wurde das ganze durch die perfekte Moderation des Streckensprechers. Bei der Siegerehrung um 23 Uhr war das Zelt wieder brechend voll. Sektdusche und Burn-Out´s waren angesagt. Wir feierten noch bis spät in die Nacht. Ich verließ die Party jedoch frühzeitig, weil ich so müde war. Trotz der lauten Musik schlief ich im Freien tief und fest und zum Frühschoppen wurden wir standesgemäß mit dem bayrischen Defiliermarsch geweckt. Auch hier war das Zelt wieder gut gefüllt und es wir wurden mit bestem schwäbischem Mittagsessen versorgt. Gut gestärkt traten wir um halb zwei die Heimreise an. Hoffentlich wird von diesem Rennen 2012 eine Fortsetzung geben. Ich wusste nämlich bisher noch gar nicht, wie toll man ein Mofarennen aufziehen kann.

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