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Rennbericht 2h Mofarennen in Bruck am 30.07.2011
17.08.2017 16:27

Mir fehlen schlichtweg die Worte. Seit 2001 nehme ich mehr oder weniger erfolgreich an Mofarennen teil. Jetzt kommt es mir so vor als ob ich 10 Jahre lang nur auf dieses eine Rennen gewartet habe. Es war das beste Mofarennen das ich je miterlebt habe. Und bevor ich dieses Ereignis vor meinem geistigen Auge noch einmal Revue passieren lasse möchte ich den Leuten aus Bruck zu dieser gelungenen Veranstaltung gratulieren. Ich habe mir nach dem Rennen selbst die Frage gestellt warum dieses Mofarennen so super war. Ganz einfach: Zu einem guten Mofarennen gehören: 1) faire sportliche Teams, die heiß auf das Rennen sind; 2) begeisterte Zuschauer, die mitfiebern und die Teams entsprechend anfeuern; 3) ein Veranstalter, der das Rennen perfekt organisiert; 4) eine einzigartige, besondere und spektakuläre Rennstrecke; die den Fahrern Spaß macht; 5) eine lustige Party. In Bruck kamen genau diese 5 Punkte zusammen. Aber nun zum Bericht. Bereits eine Woche vor dem Rennen haben Anderle von der Bergmafia und ich begonnen uns auf das Rennen vorzubereiten. Wir waren jeden Abend in der Werkstatt oder auf der Teststrecke. Vor allem die Reparatur von Anderles Motor und der Umbau auf die vorgeschriebene 32mm Gabel haben viel Zeit in Anspruch genommen. Zusätzlich hatten wir noch die schwachsinnige Idee Anderles Mofa auf Supermoto- Räder umzubauen. Nach einer Streckenbesichtigung war jedoch klar, dass der Geländeanteil viel zu hoch war für die Straßenreifen. Während der Vorbereitungsphase haben wir beide uns ganz schön angestichelt. Da kam schon fast die Stimmung auf, die wir jedes Jahr Anfang August so haben. Anderle hatte bereits im Vornherein fast etwas Angst vor meinem fast originalgetreuem Zündapp CS25. Mein Mofa war wirklich so verblüffend original, dass es vor dem Rennen nur von wenigen Teams beachtet wurde. Das Fahrverhalten, die Motorleistung und das Handling waren jedoch beachtlich. Um 11 Uhr sind wir von Seitenthal zusammen mit Schniefi (sorry) und Steve losgefahren. Nach ca. 2 Stunden Fahrzeit hatten wir Bruck bei Neuburg an der Donau gefunden aber es dauerte noch einmal eine halbe Stunde bis wir endlich im Fahrerlager ankamen. Das Fahrerlager war nahezu quadratisch und ringsum von einem Bauzaun umgeben. Da wir selbst keinen Pavillon dabei hatten durften wir bei den Heideckern unterschlüpfen. Danke Brüchi! In deren Boxenzelt hatten sich alle Teams aus der fränkischen Mofa-WM versammelt. Wir machten uns gleich auf den Weg und schauten uns die Rennstrecke an. Insgesamt war ca. 800m lang und führte mitten durch den Ortskern von Bruck. 2 Kurven und die Start-Ziel-Gerade waren auf der Straße. Den Rest kann ich mit den sinngemäßen Worten des Streckensprechers Michel ungefähr so beschreiben: „Hier hinten biegen die Mofas in das Anwesen unseres Organisators Stefan Behr ab. Sie fahren am Zwetschgenbaum vorbei, über zwei Hindernisse bis zum Birnbaum, unter dem Haselnussstauderl durch und kommen da vorne beim Kriegerdenkmal wieder heraus.“ Wenn das mal keine verrückte Rennstrecke ist? Um 16 Uhr wurde im Feuerwehrhaus eine Fahrerbesprechung abgehalten. Dort bekam jeder Fahrer ein Fahrerarmband und jedes Team einen Transponder. Kurz vor dem Rennen gab es ein kurzes Warm-Up, bei dem sich leider eine Fahrerin am Bein verletzte. Nach einer kurzen Unterbrechung wurde das Rennen etwas verspätet um ca. 18:30 Uhr gestartet. Der Start erfolgte wie bei der Moto-GP, wobei die Startplätze vor dem Rennen ausgelost wurden. Die Startaufstellung war mit 39 Teams entsprechend eng und unsere Startplätze (23 und 28) waren keine besonders gute Ausgangsposition. Bereits in der ersten Kurve war das Gedränge groß aber Anderle und ich konnten uns bald an die Spitze des Feldes vorkämpfen. Einsetzender Regen hatte die Strecke aufgeweicht und der Straßenabschnitt wurde immer rutschiger. Immer wieder kam es zu Stürzen und auch Anderle war nach kurzer Zeit in einen Sturz verwickelt. Durch diesen unglücklichen Umstand konnte ich die Führung übernehmen und auch lange halten. Leider passierte dann auch mir ein Unglück. Mein Vergaser funktionierte einen kurzen Augenblick nicht richtig und der Motor war abgesoffen. Ich schloss sofort den Benzinhahn, legte die Maschine auf die Seite und wartete bis der Motor wieder hochdrehte. Es dauerte ca. 1 Minute bis ich weiterfahren konnte. In dieser Zeit übernahm Anderle die Führung. Ich wollte mich jedoch noch nicht geschlagen geben und erhöhte das Tempo. Nach einer Weile war ich bis auf 30m wieder an ihn herangefahren. Dann passierte mir das nächste Unglück. Der Krümmer meines Mofas hatte sich gelockert und dadurch verlor mein Renngerät etwas an Leistung. So konnte ich nicht mehr attackieren und musste mich nur 33 Sekunden Rückstand mit dem 2. Platz zufrieden geben. Hier muss ich Anderle noch einmal loben. Er war sehr konzentriert und hat in dieser Phase des Rennens Nervenstärke bewiesen. Jeder noch so kleine Fehler hätte ihm die Führung kosten können. Für mich war es sehr beeindruckend vor einer solchen Kulisse zu fahren. Ca. 2000 Zuschauer drängten sich am Streckenrand und feuerten uns an. Im Hintergrund konnte ich die Moderation durch die Lautsprecher mithören. In der Ausführungsrunde wurden wir durch den Applaus der Zuschauer für unsere Mühen belohnt. Danke an das tolle Publikum. Ich kam mir wie ein echter Rennfahrer vor. Gleich nach dem Rennen mussten wir uns zahlreichen Interviews stellen und auch einige interessierte Zuschauer kamen auf uns zu. Zur Siegerehrung um halb Zehn waren immer noch die ca. die Hälfte der Zuschauer anwesend. Wir bekamen riesige Pokale und der Streckensprecher Michel konnte gar nicht glauben, dass wir mit je nur einem Fahrer auf dem Siegerpodest standen. Aber bei 2 Stunden machen Bergmafia und Schlammschlucker doch keinen Fahrerwechsel. Weiterhin wollte Michel dann noch wissen warum wir uns noch nicht umgezogen hatten. Diese Frage beantwortete sich aber schnell als die Sektkorken knallten und er von der Bühne rannte. Bei der abschließenden After-Race-Party feierten wir unseren Doppel-Sieg. Wir lernten noch viele nette Leute kennen und knüpften Kontakte für weitere Renn-Aktivitäten. Ohne einen kleinen Defekt an unserem Kfz ging es auch diesmal nicht aus. Ein Mann aus Bruck half uns dabei die Reifenpanne an unserem Anhänger zu beheben. Danke auch dafür. So konnten wir am frühen Nachmittag des nächsten Tages die Heimreise antreten. Ich hoffe inständig, dass es auch 2012 ein Mofarennen in Bruck geben wird. Dann werden wir vielleicht sogar mit 4 oder 5 Teams an den Start gehen, damit Daniel und Andi auch mit uns fighten können. Ich hab euch beide echt vermisst!

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