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Rennbericht 24h Mofarennen Hahnenhorn 28.-29.08.2009
17.08.2017 15:59

Eigentlich wollten wir ja mit dem Fischbachmofa 2008 antreten. Aber nach ein paar Testfahrten haben wir dann doch beschlossen, dass wir das alte Rennmofa der Bergmafia nehmen und dort den Motor aus Fischbach einbauen. Die Leistung des Aggregates war sehr zufriedenstellend und auch den Umbau der Beleuchtung haben wir gut hinbekommen. Allerdings sind wir erst am Donnerstagabend damit fertig geworden. Am Freitag früh um 5 Uhr wollten wir dann eigentlich losfahren. Aber unsere Kinnladen fielen ziemlich weit nach unten, als wir die Hofausfahrt verlassen hatten und erst dann bemerkten, dass der Anhänger nicht mehr am Auto war. Leider sind bei der Aktion alle Kabel des Anhängers abgerissen und wir brauchten eine halbe Stunde um das wieder in Ordnung zu bringen. Unsere erste Anlaufstation war die Tankstelle in Kirchenthumbach. Dort mussten wir die Ladung noch mal komplett umschlichten, da die Gewichtsverteilung nicht stimmte. Um ca. 13:15 Uhr sind wir dann endlich angekommen. Auf dem Renngelände war ein kleines Festzelt aufgebaut und wir suchten uns einen Platz in der absolut chaotischen Boxengasse. Unser Augenmerk viel dann aber sofort auf den extrem sandigen Boden. So feinen reinen Sand hatten wir ja noch nie gesehen. Der war ja wie eine Flüssigkeit und nur durch viel Wasser ist der dann irgendwie fest geworden. Die Veranstalter hatten am Vortag 300 000 Liter Wasser auf die Strecke gebracht um für fahrbare Bedingungen zu sorgen. Der frisch gepflügte Acker war nur dort zu befahren, wo die Strecke entsprechend präpariert war. Abseits sanken die Reifen so tief ein, dass man kaum schieben konnte. Schlamm für die Schlammschlucker war absolute Fehlanzeige. Bei ersten Testfahrten bemerkten wir dann sofort wie viel Leistung die Strecke von unserer Maschine abverlangte. So änderten wir die Übersetzung von 14-50 auf 14-54. Wir bemerkten auch sofort, dass wir damit auf keinen Fall die schnellsten waren. Deshalb dachten wir zu diesem Zeitpunkt auch, dass wir hier nicht besonders gut abschneiden würden. Unsere Kupplung war dann auch noch so aggressiv, dass wir uns entschlossen, 4 von 10 Kupplungsfedern noch vor dem Rennen auszubauen. Dieser Aufwand sollte sich auszahlen. Dann gingen wir zur technischen Abnahme. Dort wurden die Bremsen und die 3 Gang Handschaltung kontrolliert – das war’s. Wir wurden etwas belächelt weil wir ja noch Pedale und ein zu 70% originales Mofa-Fahrgestell hatten. Jedes Team bekam dann zwei sehr kleine Transponder, die von den Zeitmessungsleuten mit Klebeband  an der Vorderradgabel befestigt wurden. Die Überprüfung des Transponders erfolgte sofort nach dem Anbau. Das Qualifying haben wir leider verpasst, weil wir nicht wussten, dass so die Startaufstellung festgelegt wurde. So starteten wir dann pünktlich um 5 Uhr vom letzten Startplatz. Nach ca. einer viertel Stunde wurden wir dann zum ersten Mal überrundet. Wir gaben aber alles und kamen im Laufe des Rennens immer besser mit diesem komischen Boden zurecht und bald konnten wir dann mit den Top-Teams mithalten. Bald wurde es dann dunkel und die Streckenbeleuchtung wurde eingeschaltet. Leider war die Beleuchtung so dunkel, dass die Teams ohne Licht einen Blindenstock zum Fahren brauchten. Wir holten Runde um Runde auf und konnten ab Mitternacht sogar die Führung übernehmen. Unser Mofa lief immer besser und wir hatten einen richtig starken Motor. Um ca. 3 Uhr mussten wir dann die Sitzbank wieder neu anschrauben während alle anderen Fahrer seelenruhig in ihren Schlafsäcken schlummerten. Bis zur Morgendämmerung hatten wir dann einen Vorsprung von 5 Runden auf den Zweitplatzierten, Zweirad Voiges #7. Es war wirklich extrem hart die ganze Nacht durchzufahren und wir mussten dann nach Sonnenaufgang hart weiterkämpfen um diesen Vorsprung ins Ziel zu retten. Nachmittags gab es dann noch ein starkes Gewitter. Aber von Schlamm immer noch keine Spur – also nix für die Schlammschlucker. Kurz vor Rennende ist dann noch der Auspuff abgefallen. Aber das konnte schnell repariert werden. Am Nachmittag wurde die Strecke noch einmal gewässert. Letztendlich hatten wir bei Rennende noch zwei Runden Vorsprung. Uns war klar, dass uns keiner von den einheimischen Teams auf der Rechnung hatten. Ich möchte hier den Veranstalter bei der Siegerehrung nochmals sinngemäß zitieren: „Ich weiß nicht wie ich das jetzt sagen soll. Da kommen 4 Jungs aus Bayern mit ihrem Tretroller und fahren hier alles in Grund und Boden…der 25 Jahre alte Wanderpokal ist für uns wie der „Heilige Kral“ … der war ja noch nie so weit weg … passt gut darauf auf.“ Wir fühlten uns wirklich sehr geschmeichelt und es gab viele Interessenten, die unser Mofa anschauen wollten und dann auch ausgiebig mit uns gequatscht haben. Die Leute dort waren wirklich total nett und keiner hat es uns übel genommen, dass wir gewonnen haben. Das fanden wir super. Macht weiter so! Die Durchführung der Veranstaltung war vorbildlich. Ich möchte dann auch noch anmerken, dass die Veranstalter dort schon vor 19 Jahren ein 24h Mofarennen veranstaltet haben. Vielen Dank möchte ich dem Bergmafia-Team für die fahrerische Unterstützung aussprechen. Ebenfall Dank an die Kümmels und an Steve, der unseren Hänger so weit durch die Gegend gezogen hatte. Danke auch an die alle Teams. Ihr ward so ehrgeizig und trotzdem sportlich und fair.  Besonders beglückwünschen möchten wir auch das Damenteam, dass wirklich eine Top-Leistung abgeliefert hat. Die Mädels würden in Speinshart ja glatt unter die ersten 10 fahren. Andi musste mehrere Kurven hart kämpfen bis er an denen vorbeikam =). Fazit: Es war ein sau geiles extrem hartes Rennen und dieser Sieg ist sicherlich der wichtigste seit Bestehen der Schlammschlucker!

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