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Rennbericht 24-Mofarennen von Speinshart 2006
17.08.2017 15:46

Vorbereitungen:

So gut wie heuer waren wir noch nie vorbereitet. In unseren Ersatzteilkisten befanden sich fast alle Teile um das ganze Mofa noch einmal zusammen zu bauen. Jede Kiste war sogar beschriftet damit jeder weiß was in ihr zu finden ist.

 

Im Vergleich zum Vorjahr hatte sich an unserem Mofa folgendes geändert:

 

Selbstgefertigte Gabelbrücken

Kürzerer Lenker

Gasgriff mit Kegelradgetriebe

Stabilerer Bremshebel

Kleinerer Vergaser

Längerer Ansaugstutzen

Andere Kurbelwelle

 

Die Motorleistung war in etwa gleich wie 2005. Jedoch hatte sich Ansprechverhalten und Drehmomentverlauf verbessert.

 

Donnerstag.

So viele Teams waren schon angereist. Ich ging abends durch die Boxengasse und schaute mir schon mal ein paar Mofas an. Bei diesem Rundgang konnte ich noch einem Team beim Wechseln eines Kurbelwellensimmerings und einem anderen Team beim Zusammenbau einer Zündapp-Kupplung behilflich sein. Aber vor allem beim den Burning Wheels haben viele Fremd-Mechaniker bis spät in die Nacht noch mitgeholfen das Mofa zum Laufen zu bringen.

 

Auf jeden Fall war es sehr schön die Teams zu begrüßen und ich wurde bei meinem Rundgang herzlich in jeder besuchten Box aufgenommen. Zum Schluss bin ich dann in der Box der Waffenschmiede KWM hängengeblieben.

 

Freitag:

Am Freitag Früh bin ich mit dem Hänger und darauf befindlichem Renngerät nach Barbaraberg gefahren. Unseren Teamwagen hatten wir schon am Donnerstag dorthin gefahren. Ohne einen Runde auf dem Parcours zu fahren haben wir uns pünktlich um 8:00 Uhr bei der technischen Abnahme angestellt. Um 9:30 Uhr wurde dann mit der Abnahme begonnen und wir waren die ersten am Prüfstand.

Unser Mofa war beim ersten Versuch etwas zu laut und mit 56 km/h eindeutig zu schnell. So haben wir erst einmal die Übersetzung geändert und es dann noch einmal versucht. Nun lief unser Mofa 51 km/h und die Lautstärke passte schon fast. .Vor dem dritten und letzten Gang zum Prüfstand haben wir den Schalldämpfer geöffnet und noch mehr Dämmmaterial hinein getan. So wurde unser Mofa dann erfolgreich abgenommen. Den ganzen Freitag waren wir dann noch mit dem Aufbauen und sonstigen organisatorischen Dingen beschäftigt. Die Teamvorstellung hätten wir beinahe verpasst. Als wir das Zelt betraten wurden wir plötzlich aufgerufen. Etwas überrascht gingen wir dann zu zweit auf die Bühne. Danach verfolgten wir im Festzelt die weiteren Teamvorstellungen. Für die Fahrer hieß es danach aber: „Ab ins Bett!“. Man will ja am nächsten Morgen fit ins Rennen starten.

 

Samstag:

Um 7:00 Uhr haben wir unser Mofa bekommen und es ist sofort angesprungen. Der Transpondertest verlief erfolgreich und bei der ersten Runde um die Rennstrecke war mir schon ganz flau im Magen vor lauter Aufregung. Der Start war wie jedes Jahr beeindruckend. Es lässt einen schon das Adrenalin in die Adern schießen wenn man den Schuss hört und dann 100 Mofas in die 1. Runde starten. Auf der langen Geraden waren nur noch die Schluchtenflitzer #3 und das Sprengkommando #2 vor uns. Nach der 2. Runde konnten wir das Feld bereits anführen und schon die ersten Teams überrunden. Wir fuhren und fuhren und fuhren. Es musste nur einmal der undichte Wasserkühler ausgetauscht werden. So konnten wir mehrere Stunden lang den 1. Platz behaupten. Bei unseren befreundeten Teams aus der Region lief es augenscheinlich schon nicht so gut. Die starke Konkurrenz aus Oberbibrach und Münchsreuth viel in den ersten Stunden schon zurück. Verfolgt wurden wir zu diesem Zeitpunkt von Eltz-Racing #47 und MSC-Euerdorf  #9 welche in etwa die gleichen Rundenzeiten fuhren. Unser Mofa war aber bald etwas schneller als die anderen Mofas. So wurden bald die ersten Stimmen laut unser Mofa sei zu schnell. Es kam sogar jemand in unsere Box und sagte uns wir sollen unser Mofa langsamer machen; sonst gäbe es einen Protest. Mit absolut reinem Gewissen sind wir weitergefahren – wir hatten ja seit Freitagvormittag nichts an unserem Mofa geändert. Warum sollte es jetzt auf einmal zu schnell sein? Etwa zur Mittagszeit war das unvermeidbare eingetroffen. Wir wurden von der Rennleitung heraus gewunken und zum Prüfstand gelotst. Bei der Geschwindigkeitskontrolle waren wir 8 km/h zu schnell. Eine Erklärung hierfür haben wir nicht!!! Wir hatten nichts an unserem Mofa verändert oder sonstigen Schmu getrieben. Tatsache war einfach dass unser Mofa jetzt schneller lief als am Freitag bei der technischen Abnahme. Hier möchte ich folgende Punkte klarstellen:

 

Unser Mofa hatte von Anfang an die gleiche Kettenübersetzung!

Unser Mofa verfügt nur über 3 Gänge!

Unser Mofa hat keine elektronisches Tuning oder einen Drehzahlbegrenzer!

Der Reifendruck betrug unverändert 1,6 bar!

 

Wir mussten unser Mofa langsamer übersetzen und durften nach einer erfolgreichen Überprüfung das Rennen wieder aufnehmen. Da ganze hat in etwa eine viertel Stunde gedauert und zusätzlich wurden uns gerechterweise 60 Runden als Strafe für das zu schnelle Mofa abgezogen. Auf den 35. Platz zurückgefallen konnten wir weiterfahren. Die anderen Teams haben davon natürlich auch Wind bekommen und diejenigen die auch sehr schnell unterwegs waren fuhren in die Box und machten ihre Mofas ebenfalls langsamer. Dies konnten wir bei manchen Teams beobachten. Das Wetter war an diesem Tag nicht auf unserer Seite und auf der staubigen Piste konnten wir den Rückstand nicht aufholen. Immerhin fielen immer wieder ein paar Teams mit technischen Defekten hinter uns zurück und so lagen wir am Abend bereits auf Platz 14. Unser Mofa lief wie ein Uhrwerk und wir waren jetzt auf jeden Fall nicht mehr die schnellsten auf der Strecke. Unsere Motorleistung war unübertroffen.

 

Sonntag:

Pünktlich um 6:00 Uhr ging es wieder los. Nachstüber hatte es etwas geregnet und die Strecke machte einen sehr griffigen Eindruck. Beim Start haben einige Teams ganz schön geschlafen und wir kamen sehr gut weg. Es waren sogar noch einige Mofas im Park-Former. Als erster kamen wir die Gerade hochgefahren. Bei dem feuchten Boden konnten wir die Vorteile unseres Fahrwerkes voll ausspielen. Nur wenige Teams konnten uns folgen.  Im Laufe des Tages mussten wir den Rahmen zweimal schweißen, den Kühler noch mal und das Hinterrad mehrmals wechseln. Aber alles in Allem lief es sehr gut uns wir standen nur wenig. Das Mofa lief uns lief und lief. Der Motor machte keine Probleme und die Zündkerze bot uns bei einer Kontrolle einen beruhigenden Anblick. Die Probleme mit dem Rahmen und den Felgen waren sicherlich auf den Fahrstil zurückzuführen. Die Sache mit den undichten Kühlern jedoch auf die fehlende Vibrationsdämpfung. Wir waren jetzt sicherlich nicht mehr das Team mit dem schnellsten Mofa. Jedoch als wir uns in Richtung Stockerl vorarbeiteten wurden bereits wieder die ersten Rufe laut unser Mofa sei zu schnell. Dies war aber definitiv nicht mehr der Fall. Als es dann am Nachmittag noch zu regnen begann konnten wir stark aufholen. Unsere Fahrer fuhren wirklich sehr schnell auch bei schlammiger Rennstrecke und so machten wir Platz für Platz gut. Auch unser Mofa, welches ich für Regenwetter gebaut habe lief wie eine eins. Unser Fahrwerk ging wie auf Schienen um die Kurve. Beim letzten Fahrerwechsel stieg traditionell ich auf das Renngerät und hatte noch 1,5 Stunden zu fahren. Das waren aber extrem harte 1,5 Stunden. Die Strecke begann abzutrocknen und es war nun nicht mehr ein griffiger Schlamm sonder eine schmierige Paste unter unseren Rädern. Der Kühler platzte erneut und es dampfte heraus. Dann ging auch noch die Luft aus dem Hinterrad flöten. Nun konnte ich nur noch um die Strecke herumkriechen und hoffen dass ich und das Mofa das irgendwie überstehen. Zu guter letzt ließ sich dann auch noch kein 3. Gang mehr einlegen. Aber egal. Ich wusste genau: Wenn ich nur einmal in die Box fahre, können wir den 3. Platz nicht mehr erreichen. Also Zähne zusammen beißen und weiterfahren. Mein Team signalisierte mir dann, dass wir schon auf den 3. Platz waren und da fiel mir ein Stein vom Herzen. Langsam und vorsichtig fuhr ich die letzen Runden. Nun war der spannende Augenblick der Geschwindigkeitskontrolle für die ersten drei Teams gekommen. Sicherlich war es für viele am interessantesten als unser Mofa auf den Prüfstand gehievt wurde. Unser Mofa war aber nicht zu schnell. Der 3. Gang konnte aber nur mit einer Zange eingelegt werden. Der Sound unsere Rennmaschine war unverkennbar und hätte schon fast einen eigenen Pokal verdient. Auch bei der Hubraumkontrolle gab es selbstverständlich keine Probleme.

 

Siegerehrung:

Es ging mir wirklich sehr nahe als wir unter pfeifendem Publikum auf die Bühne gehen mussten. Ich wollte auf keinen Fall beim Rennen betrügen und ich hoffe ich habe meine Freunde, meine Glaubwürdigkeit und unseren guten Ruf, welche ich im Laufe der Jahre beim Mofarennen gewonnen habe, nicht verloren habe. Davor habe ich am meisten Angst.

Nach der Siegerehrung bin ich wieder beim Team Waffenschmiede KWM versumpft.

 

Entschuldigung:

Ich möchte mich bei den Teams entschuldigen welche durch uns auf der Rennstrecke in irgendeiner Weise behindert wurden. Dies war keine Absicht. Vor allem möchte ich mich bei dem Fahrer mit den langen Haaren, dem Bart und dem grauen Overall entschuldigen. Unser Fahrer Alex hat nicht absichtlich den Raum eng gemacht. Bei einem Rennen gibt es ab und zu Situationen bei denen es eng zugeht und es dann zu einer Kollision kommt. Sorry. Auch entschuldigen möchte ich mich bei dem Fahrer mit dem Halbschalen-Helm. Es tut mir leid dass ich mit meiner Motocross- Brille, welche ich um meinen Arm trug, bei ihm eingefädelt habe und er dadurch zu Fall gekommen ist.

 

Lob:

Die Rennstrecke war traumhaft und auch sonst war es ein prima Wochenende.  An dieser Stelle möchte ich auch einmal die Damenteams loben. Sie sind ehrgeizig und gut gefahren. Hut ab. Außerdem war die Absperrung der Boxengasse dieses Jahr vorbildlich.

 

Kritik:

Kritisieren möchte ich den Fahrer welcher mit Vollgas in der Boxengasse beinahe ein Teammitglied über den Haufen gefahren hat. Außerdem konnte ich beobachten wie ein anderer Fahrer mich in der Boxengasse überholt hat obwohl ich auf der Rennstrecke unterwegs war. Das ist eine unverantwortliche Sauerei. Ein wachsameres Auge ist auch auf die Transponderlinie zu werfen. Kommt es zu einer Rennunterbrechung muss die Transponderlinie schneller abgesperrt werden. Mit unserem Transponder gab es Probleme. Man sollte die Teams vorher darauf hinweisen wo der Transponder am Fahrzeug angebracht werden soll. Wir mussten den Transponder während des Rennens weiter nach unten verlegen. Dies hat uns wertvolle Zeit gekostet obwohl es nicht unser eigenes Verschulden war.

 

Danke:

Danke an alle die uns unterstützt haben.

Danke an meine Eltern Konrad und Hildegard die den Zirkus jedes Jahr wieder mitmachen. Danke auch meiner Freundin Katharina die nichts dagegen hat wenn ich wochenlang in der Werkstatt verschwinde. Danke an meine beiden Freunde und Fahrer Alex und Florian. Sie sind professionell und sehr schnell gefahren. Wir sind insgesamt nur 3mal gestürzt und hatten dadurch keinen Ausfall. Danke an die Boxencrew. Matthias, Stefan und alle anderen sind nicht zu ersetzen. Es gehört mehr dazu als ein gutes Mofa und gute Fahrer. Auch die Mechaniker waren professionell. Danke an unsere Fans welche uns so gut angefeuert haben und bei der Siegerehrung für uns gejubelt haben. Danke an die Weekend Warriors für da schöne Wochenende und die tolle Veranstaltung. Danke auch an unserer Sponsoren. Danke an Josef Marzi für unseren Teamwagen. Danke an Mac. Danke an Albert Fenzel für den Auspuff. Danke an Martina Henfling, die den Wagen gefahren hat. Danke an Andreas Hey. Er war ein unersetzlicher Botenjunge. Danke an Hans Hey für den Kompressor. Danke an Max Wagner, der uns die Kühler gelötet hat. Danke an Stefan Käß für das Aggregat und die Werkbank. Danke an Stefan Hader für den Hochdruckreiniger für den wir leider keine Zeit hatten ihn zu verwenden. Danke an Florian Lehner für die Ersatzfelge. Ich bring sie morgen vorbei. Danke an die anderen 297 Fahrern für den Spaß auf der Rennstrecke uns für euer faires Fahren. 

 Ich freu mich schon auf nächstes Jahr und wünsch euch allen viel Spaß schon mal bei den Vorbereitungen.

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