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Rennbericht 17 ¾ h Mofarennen von Fischbach am 08.09.2012
17.08.2017 16:48

Der ganze Trubel ums Mofacross der Nationen ließ uns einige Dinge vergessen. So mussten wir kurz vor knapp noch eine Ersatzglühbirne für unsere Lampe am Mofa besorgen. Aber Gott sei Dank gibt es ja die Fa. Zweirad Weitensteiner in Weiden, die uns bei solchen Dingen immer kompetent unterstützt. Am Tag vorm Rennen waren wir komplett damit beschäftigt unsere sieben Sachen zusammenzupacken. Es muss schon einiges mit, wenn wir auf ein solches Rennen fahren. Unser Mofa schien bestens vorbereitet. Nur der kleine Zusatzscheinwerfer wollte nicht so recht brennen. Dieses Problem hat aber Florian für uns über Nacht noch schnell gelöst. Da ich vor einer solchen Veranstaltung eh nicht so gut schlafen kann hab ich Daniel von der Neuzirkendorfer Kirwa abgeholt und wir sind aufs Stodlfest gefahren. 3 Stunden Schlaf in Feilersdorf mussten diesmal für Daniel und mich reichen und pünktlich um 5 Uhr in der Früh fuhren Anderle, Steve, Daniel, Florian, Anne und ich los. Die Hinfahrt habe ich größtenteils verschlafen. Um halb 11 kamen wir in Fischbach (nähe Freiburg) an und fingen sofort damit an unsere Box aufzubauen und die Anmeldeformalitäten zu erledigen. Alles verlief bis dato problemlos und wir machten zur Belustigung aller ein sexy landwirtschaftliches Fotoshooting mit Steve. Beim freien Training waren wir jedoch dann sehr enttäuscht von der Leistung unseres Mofas. Wir mussten 2 zusätzliche Kupplungsfedern einbauen und auch am Zündunterbrecher nachjustieren. Nach dem freien Training waren wir die ersten bei der Fahrzeugabnahme. Mit einer Übersetzung von 13-54 lief unser Mofa ziemlich exakt 50km/h. Nach dem Prüfstand kam unser Mofa in den Park Feme wo unser Baby geduldig aufs Qualifying wartete. Daniel hatte sich schon angezogen und war bereit ein paar schnelle Runden zu drehen. Doch kurz vor unserer Box blieb er plötzlich im Acker stehen. Der Motor war wegen eines Pleuellagerschadens fest gegangen und wir durften unser Mofa nicht in die Box zum Reparieren schieben, weil es bereits abgenommen war. In meinem Kopf ratterte es, wie wir den Motor am besten und schnellsten wieder reparieren konnten. Beim Überlegen bemerkte ich, dass auch andere Teams noch in der Box an ihren Renngeräten schraubten. Ich ging sofort zur Rennleitung und fragte demütig an, ob wir unser Mofa auch noch vor dem Rennstart reparieren dürften. Da andere Teams auch noch mit der Reparatur beschäftigt waren wurde mein Antrag genehmigt und wir bekamen unser Mofa in die Box zurück. Wir begannen sofort und eilig mit der Reparatur. Die Rennleitung war immer wieder anwesend um uns zu kontrollieren. Zunächst wollten wir einen Ersatzmotor einbauen. Höflich wurden wir dann aber von einem technischen Kommissar darauf hingewiesen, dass wir das laut Reglement nicht dürfen. Also mussten wir in der verbleibenden Zeit die defekte Kurbelwelle aus dem im Fahrzeug befindlichem Motor ausbauen, die andere heile Kurbelwelle aus dem mitgebrachtem Motor ausbauen und dann unser Mofa wieder zusammenbauen. Mit 15 Minuten Verspätung starteten wir nach einer wahnsinnigen Schraubaktion ins Rennen. Keine 3 Runden später stand Daniel plötzlich wieder an der gleichen Stelle. Man sollte es nicht glauben! Diesmal war unsere Ersatzkurbelwelle vollständig abgebrochen. Ich dachte mir: „Das kann doch nicht wahr sein!“ und ich war kurz davor die Flinte ins Korn zu werfen. Anderles Wille war jedoch ungebrochen und wir fingen sofort an unser Mofa erneut komplett zu zerlegen. Und diesmal schraubten wir noch schneller als zuvor. Daniel kniete in der Box und hielt den Motor mit beiden Händen in die Luft damit wir von allen Seiten daran schrauben konnten. Florian werkelte auch wie ein Verrückter mit und sogar Anne musste mithelfen und alleine das Stromaggregat anwerfen – wow. Immer mehr Schaulustige versammelten sich um unsere Box. Nachdem wir die gebrochene Kurbelwelle ausgebaut hatten gingen wird durch die Boxengasse um eine neue Kurbelwelle zu ergattern. Wir fragten uns Box für Box durch und bekamen schließlich vom Team ESCHBACH KOBOLD RACING #35 eine alte kohlrabenschwarze Welle geschenkt. Vielen Dank hierfür! Das Pleuel dieser Welle ließ sich kaum bewegen aber wir machten es mit etwas Sprühöl wieder gängig. Unseren Schaulustigen vor der Box fielen jedoch die Augen aus dem Kopf als wir diese Kurbelwelle in eine Bohrmaschine einspannten um die Kurbelzapfen mit Schmirgelleinen abzuschleifen. Dies mussten wir jedoch tun um die Welle ohne Werkzeug in die Lagersitze einzubauen. Wer Zündappmotoren kennt, weiß was ich damit meine. Nach einer Rekordzeit von 1 Stunde war unser Mofa wieder startklar und ab diesem Zeitpunkt begann eine sensationelle Aufholjagd. Unser Renngerät hatte satte Leistung und wir konnten Runde für Runde perfekte Rundenzeiten hinlegen. Das einzige Manko an unserem Mofa war die sehr hohe Motordrehzahl auf den langen Geraden. Das machten 3 Unterbrecherkontakte unserer Zündanlage nicht ganz mit und wir mussten oft die Zündung wechseln. Sonst lief unser Mofa prächtig und auch das 12V 35W Licht brannte mit der 6V Lichtspule sehr gut. Wir waren so motiviert, dass Anderle gleich mal 3 Stunden am Stück fuhr und Daniel in der Nacht gleich 4,5 Stunden am Stück. Ich wollte ihn ablösen aber er wollte einfach nicht mehr absteigen. Steve fuhr nachts auch super Rundenzeiten und fehlerfrei durch die Dunkelheit. Die Nach war dank Petras Chili con Carne, Festzelt, Bar, Lagerfeuer, Mofarennen und Feldbett (genau in dieser Reihenfolge) so schnell vorbei. Bei Sonnenaufgang war ich noch einmal 2,5 Stunden an der Reihe und nach mir fuhr Anderle die letzten 3 Stunden bis ins Ziel. Er war so gut unterwegs, dass kein anderes Team mit ihm mithalten konnte und auch unser Mofa machte keine Mätzchen mehr. Wir kämpften uns Position um Position nach vorne und waren durchschnittlich 20 Sekunden pro Runde schneller als die meisten anderen Teams. So konnten wir um 12 Uhr mittags einen erstaunlichen 5. Platz erreichen. Viele Teams und Fans kamen auf uns zu um uns ihre Anerkennung für die reife Leistung auszusprechen. Einige Fans, welche uns ständig an der Strecke anfeuerten wollten sogar ein Autogramm von uns. Ist das nicht cool? Ich bin so stolz auf uns, dass wir da so durchgehalten haben und uns nicht entmutigen ließen, obwohl wir diesmal wirklich vom Pech verfolgt wurden. Nach der Siegerehrung bei schönstem Wetter packten wir unsere Sachen und traten die lange Heimreise an. Glücklich und zufrieden fiel ich um ca. 22 Uhr in mein schönes Bett, welches ich in den letzten Tagen schon etwas vermisst hatte.

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