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Rennbericht 17 ¾ h Mofarennen Fischbach am 11.09.2010 – „Schlaflos in Fischbach“
17.08.2017 16:10

In den letzten Tagen vor diesem Megaevent sind wir noch ganz schön ins Rudern gekommen. Unsere Lichtmaschine brachte nicht genügend Leistung für das Xenon-Licht an unserem Renngerät. Jeden Abend haben wir bis in die Puppen geschraubt und es schließlich mit selbstgewickelten Lichtspulen doch noch hinbekommen. „The Godfather of Kontaktzündung“ Ewald Rosner wäre stolz auf uns gewesen. Von 6V 17W auf 12V 70W ist gar nicht so einfach. Das Mofa ist diesmal wieder ein Co-Produktion der Schlammschlucker und er Bergmafia. Hier erstmal ein riesiges Dankeschön an Anderle, dass er uns sein Chassis zur Verfügung gestellt hat. Auch am Freitag war es noch ziemlich stressig. Schniffi musste noch die Startnummern ausschneiden und bis in die Nacht haben wir dann noch den Hänger beladen. Bei dieser Gelegenheit möchte ich mal kurz aufzählen, was wir immer so mit uns schleppen, wenn wir weiter weg zum Mofarennen fahren: Wasserkocher, 5-Minuten-Terine, Feldbetten, Stühle, Tisch, Stromaggregat (Diesel), Stromaggregat (Benzin), Kompressor, Werkzeugwagen, Werkbank, Regal, Kühlschrank, Hängematte, Ersatzräder, Ersatzteile, Teppich, Pavillon, Sackwagen, Zelte, Schlafsäcke, Reisegepäck, Motocross- Ausrüstung (5x), Herdplatte, Wasserkanister, Benzinkanister, Dieselkanister, Tankanlage, Schweißgerät, Getränke und das Rennmofa. So beladen steigt der Kraftstoffverbrauch der Zugmaschine enorm und wir kommen nur langsam voran. Nach einer kurzen Nacht am Freitag fuhren wir pünktlich um 3 Uhr früh am Samstagmorgen in Seitenthal ab. Dabei waren Andi, Anderle, Steve, Chrissy, Daniel, Schniffi, Bianca, Speedy und Mü. Wir fuhren nur mit zwei Autos wobei Anderle den Hänger zog. Nach der gemütlichen Fahrt kamen wir um ca. Halb Neun in Fischbach bei Rottweil an. Wir waren ziemlich die ersten, die die Box bezogen. Leider hatten wir die Plane für den Pavillon vergessen. Das war aber nicht sonderlich schlimm, weil die ganze Boxengasse in einem Zelt untergebracht war. Schon kurz nach dem Abladen zog unser Renngerät die ersten neugierigen Blicke auf sich. Nachdem wir es uns in der Box und im Fahrerlager gemütlich gemacht hatten konnten wir uns bei der Rennleitung anmelden. Um die Mittagsstunde fand dann die Fahrerbesprechung im großen Festzelt statt. Diesmal wurden wir allerdings im Anschluss daran nicht gezwungen die Rennstrecke abzulaufen. Das wurde jedem freigestellt. Kurz nach der Streckenbesichtigung konnten wir zum freien Training auf die 2,3km lange Strecke, die zu je einem Drittel Asphalt, Feldweg und Acker bestand. Nach einigen Runden kamen wir auf eine optimale Sekundärübersetzung von 14/54. Die technische Abnahme verlief reibungslos. Wir mussten den Zündungsdeckel kurz öffnen und unser Mofa wurde auf einem echten Leistungsprüfstand überprüft. Der Prüfstand hatte eine Bremse und war deutlich schwerer anzutreiben als der Prüfstand in Speinshart. Der Mann von der Rennleitung hatte zuerst seine Mühe und Not das Mofa festzuhalten. Das ist halt die „Zündapp-Power“ aus Feilersdorf. (zwinker). Die Lautstärke wurde in einigen Metern Entfernung gemessen. Ebenfalls wurden wir gefragt, um welches Fahrgestell es sich bei unserer Maschine handelt. Ich erklärte dem Prüfer: „Es handelt sich um eine Zündapp CS25. Das Hauptrahmenrohr mit der typischen Schwingenaufnahme ist noch zu erkennen“. Er nickte kurz ab und dann durften wir unseren Boliden in den Parc Fermes schieben. Dort wurden die Mofas dann bis zum Qualifikations-Rennen bewacht. Mehr schlecht als recht. Immer wieder wurde im Käfig geschraubt. Die Rennleitung war hier sehr großzügig. Aus Zeitmangel wurden dann die einzelnen Qualifikationsrennen zu einem einzigen Lauf zusammengelegt. Ich und Andi spielten „Schnick, Schnack, Schnuck“ wer die Qualifikation fahren musste. Er hatte Schere – ich den guten alten Stein. So musste er fahren. Er holte sich dann auch gleich den Holeshot und fuhr drei saubere Runden. Leider war er etwas naiv, als er in seiner schnellsten Runde den Gashahn ca. 50 Meter vor der Transponderlinie frühzeitig zumachte und gemütlich ausrollte. So mussten wir mit nur 0,02 Sekunden Rückstand den zweiten Platz in der Startaufstellung einnehmen, was jedoch kein sonderlicher Nachteil war. Ich hatte die große Ehre den Start zu fahren. Es waren sehr viele Zuschauer gekommen als dann um 18:15 Uhr der Startschuss fiel. Die Fahrer mussten aus der Boxengasse losrennen und dann ihre Mofas starten. Ich kam als zweiter weg konnte aber bereits nach zwei Runden die Führung übernehmen. Unser Mofa war leistungsmäßig stark überlegen und vor allem bergauf konnten wir jede Runde einige Meter gutmachen. Es war wirklich wahnsinnig aufregend vor dieser Kulisse zu fahren. Der Streckenrand war gesäumt von tausenden Zuschauern. Dort wo der Rundkurs durch den Acker ging standen die Menschen Spalier und jubelten uns zu. So etwas habe ich noch bei keinem anderen Mofarennen gesehen. Ich kam mir vor als würde ich um den Mofa-Weltmeister-Titel fahren – echt sau stark. Umso peinlicher war es dann, als mir nach ein einviertel Stunden dann der Treibstoff ausging und ich schieben musste. Gott sei Dank hatte ich mein Handy im Stiefel und die anderen konnten mir eine Flasche mit Benzin vorbeibringen. Auch nachts waren viele Zuschauer an der Strecke und die Party neben dem Rennen war auch echt spitzenmäßig. Trotz der Party waren unsere Fahrer sehr diszipliniert und wechselten sich beim Schlafen ab. Wir konnten unsere Führung nachts kontinuierlich ausbauen, und das obwohl wir einige Ausfälle hatten. Nachts stürzte Steve, der zum ersten Mal auch als Fahrer dabei war, was einen verbogenen Lenker zur Folge hatte. Dann hatten wir noch zweimal eine kleine Undichtigkeit an unserer Tankanlage zu beklagen. Jedes Mal wenn jemand mit der Zigarette im Mund vorbeiging hatten wir ein mulmiges Gefühl. Es roch irgendwie die ganze Zeit nach Benzin. Daniel verlor während der Fahrt die Kette und blieb stehen. Anderle fuhr seinen eigenen Auspuff ab und zu guter letzt ging dann auch noch der Unterbrecher kaputt und es dauerte ewig bis das Mofa wieder in der Box zur Reparatur war. Trotzdem waren wir unwiderstehlich und konnten souverän den ersten Platz über die Ziellinie bringen. Unsere Stimmung war prächtig und wir feuerten die Teams zum Rennende hin vom Streckenrand aus an. Es waren wieder sehr viele Zuschauer gekommen, die wieder eine passende Umrahmung für den Zieleinlauf boten. Unserem Anderle hat es zum Schluss richtig Spaß gemacht und er wollte gar nicht aufhören zu fahren. Da mussten wir in schon einmal am Streckenrand anhalten und ihm ein erfrischendes Getränk reichen. Die Siegerehrung fand bei herrlichem Wetter, was übrigens das ganze Wochenende anhielt, im Freien statt. Unsere Leistung wurde von der Rennleitung gewürdigt und tosender Applaus begleitete uns, als wir auf das Treppchen stiegen. Nach der Siegerehrung kamen noch viele Leute auf uns zu. Wir wurden gelobt und mit 1000 Fragen durchlöchert. Gerne standen wir Rede und Antwort und wir hatten das Gefühl wirklich Ruhm und Ehre geerntet zu haben. Das ist bei anderen Rennen leider oft anders. Um 15 Uhr und einigen erfrischenden Getränken später fuhren wir wieder in die Heimat. Dieses herrliche Rennen wird uns sicherlich lange in guter Erinnerung bleiben. Danke an Mü für den Support mit dem Licht und danke auch an Steve der als Fahrer eingesprungen ist. Besondern Dank auch an Schniffi, die sich wieder als Streckenposten zur Verfügung gestellt hat. Hoffentlich gibt es 2012 wieder ein Rennen in Fischbach! Achja… Nachdem ich zuhause angekommen war, ging der Spaß erst richtig los! Aber das ist eine andere Geschichte, die mir viel zu peinlich ist um sie hier zu erzählten ;) Wir sehen uns demnächst in Frodersreuth, Stribro und Herzogenaurach.

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